In den frühen 90ern erreichten die Animes, japanische Zeichentrickserien, auch das deutsche Fernsehen. Darunter auch die legendäre Serie Captain Tsubasa um die Karriere des anfänglichen Grundschul-Fußballtalents und späteren japanischen Nationalspielers Tsubasa Ohzora.
Viele Fans jener Tage erinnern sich daran, dass in der ersten deutschen Veröffentlichung der Folgen über Tsubasas Kindheit die japanischen Namen aufs peinlichste ins Deutsche übertragen worden seien: Keeper Genzo Wakabayashi habe „Mario“ geheißen, Tsubasa selbst „Gregor“; andere Mannschaftskameraden und Gegner hätten Namen wie Kevin, Sascha, Benjamin und Viktor getragen.
Das stimmt zwar nicht, ist aber ein verzeihlicher Irrtum – zwei sehr ähnliche Serien werden verwechselt.
Die erste Captain Tsubasa-Synchronisation lief in Deutschland unter dem Namen Die tollen Fußballstars; die japanischen Namen der Charaktere wurden beibehalten[i]. Etwa zeitgleich lief aber auch die Synchronisation des Anime Ganbare! Kikkāzu an. In dieser inhaltlich und stilistisch ähnlichen Serie, die in Deutschland als Kickers ausgestrahlt wurde, hatte man die Namen tatsächlich eingedeutscht. Der japanische Name des Hauptcharakters „Gregor“ lautet Kakeru Daichi[ii]. Da Captain Tsubasa die langlebigere und weltweit bekanntere Serie ist, die „Kickers“ aber Anfang der 90er bei Kindern in Deutschland populärer waren, bringen viele Fans die beiden Animes durcheinander und halten die Geschichten von „Gregor“ für Tsubasas Jugendjahre…
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