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Posts mit dem Label "Ausländische Ligen" werden angezeigt.

IRRTUM: Vor allem die Ölscheich-Klubs kaufen Spieler zu enormen Preisen ein

 Warum werden auf dem Transfermarkt mittlerweile solche Mondsummen bezahlt? Für viele Fans ist die Antwort klar: Es sind die Milliarden der nahöstlichen Ölscheichs, die nahezu unbegrenzt auf den Markt geworfen werden. Die Scheichklubs aus Saudi-Arabien sowie die von Scheichs übernommenen Paris St. Germain, Manchester City und Newcastle United zahlen Unsummen für die Spitzenspieler dieser Welt, stellen jedes Jahr neue Transferrekorde auf und lassen die „normalen“ Klubs im Regen stehen. Aber stimmt das? Unbestritten beeinflusst die Existenz der Scheichklubs mit ihren schier endlosen Ressourcen den Transfermarkt, aber tätigen diese Vereine tatsächlich die teuersten Transfers – in so abgehobenen Dimensionen, dass Klubs ohne Mäzen aus Nahost nicht mehr mithalten können? Wenn wir uns die Liste der Rekordtransfers ansehen, scheint sich das eher nicht zu bestätigen. Wie viele der 25 teuersten Spieler aller Zeiten wechselten wohl zu PSG, ManCity, Newcastle oder in die Wüste? Alle 25? ...

IRRTUM: Arthur Conan Doyle war der erste Torwart des FC Portsmouth

  Ein beliebter Fußball-Fun Fact vor allem in England ist, dass der berühmte Schriftsteller Arthur Conan Doyle, Erfinder von Sherlock Holmes, für den noch heute aktiven aktuellen englischen Zweitligisten FC Portsmouth spielte. Die Geschichte wird in der Regel so erzählt: Doyle zog 1882 nach Portsmouth. Er war ein begeisterter und talentierter Sportler, und auch in Portsmouth war er extrem aktiv. Doyle spielte Cricket sowohl auf hohem Niveau mit einem ernsthaften Club als auch in einer Spaßmannschaft aus bekannten Schriftstellern, zusammen unter anderem mit H.G. Wells ( Krieg der Welten ), Rudyard Kipling ( Das Dschungelbuch ) und J.M. Barrie ( Peter Pan ). Außerdem war er erfolgreicher Amateurboxer, fechtete, ritt und spielte Rugby. Und 1883 war er an der Gründung eines Fußballvereins beteiligt, dem Portsmouth Association Football Club. In den nächsten Jahren stand er bei diesem Verein unter dem Pseudonym A.C. Smith im Tor. 1898, Doyle hatte seine Fußball-Karriere zu diesem Zeitpun...

IRRTUM: Uwe Seeler spielte ausschließlich für den HSV

  Uwe Seeler, „Uns Uwe“, die große Identifikationsfigur des Hamburger SV – und ein klassisches Beispiel für einen One-Club-Man , denn schließlich hat er seine gesamte Karriere beim HSV verbracht – zwischen 1946 und 1953 für die Jugendmannschaft, dann bis zum Karriereende 1972 im Bundesligateam. Oder? Es ist ein bisschen spitzfindig, aber tatsächlich führen alle offiziellen Statistiken einen zweiten Verein, für den Seeler aktiv war: 1978 bestritt der längst zurückgetretene Stürmerstar ein einziges Punktspiel in der irischen Liga für Cork Celtic [i] (und erzielte zwei Tore bei einer 2:6-Niederlage gegen die Shamrock Rovers). Seeler, dem viel an seinem One-Club-Man- Status lag, sprach nie gerne über diese Episode. Offenbar war er in dem Glauben in die von seinem Sponsor Adidas organisierte Partie gegangen, es handele sich um ein inoffizielles Benefizspiel. Dass die Regeln der irischen Liga damals erlaubten, Gastspieler für reguläre Ligaspiele zu melden, war ihm nicht bekannt… ...

IRRTUM: Der FC Chelsea war ein kleiner Verein, bevor er von Roman Abramowitsch übernommen wurde

 Mit dem Sieg bei der Klub-WM am 13. Juli 2025, zwei Tage vor erscheinen dieses Posts, ist der FC Chelsea offiziell der beste Fußballverein der Welt.  Das mag eine Momentaufnahme sein, aber in den letzten 25 Jahren hat Chelsea zahlreiche Erfolge eingefahren. Seit der russische Milliardär Roman Abramowitsch den Verein im Juni 2003 kaufte und mit endlosen Investitionen in ein privates Fußball-Manager-Spiel verwandelte, gewann man fünfmal die Premier League, siebenmal den FA Cup, fünfmal den Ligapokal, zweimal die UEFA-Europa-League und zweimal die Champions League. Eine beeindruckende Bilanz - aber wo wäre der Verein ohne die Abramowitsch-Millionen? Fans anderer Vereine behaupten seit Jahren, der Russe habe einen kleinen Verein ohne nennenswerte Geschichte übernommen und künstlich zu einem Spitzenverein aufgepäppelt. Stimmt das? Der FC Chelsea wurde 1905 gegründet und stieg sofort in der damaligen zweiten englischen Liga ein. 1907 stieg man in die First Division, die damalige er...

IRRTUM: Ein koreanischer Spieler wurde von seinem italienischen Verein gefeuert, als er bei der WM gegen Italien traf

  Bei der WM 2002 kam es im Achtelfinale zu einem skandalumwitterten Spiel zwischen Gastgeber Südkorea und Italien. Unfassbare Schiedsrichterentscheidungen gegen die Squadra Azzurra brachten Südkorea in die Verlängerung, in der schließlich Ahn Jung-Hwan kurz vor dem Elfmeterschießen für die Asiaten traf – nach der damals geltenden Golden-Goal-Regel der sofortige Sieg für sein Team. Italien war raus aus dem Turnier und schäumte vor Wut. Viel davon bekam der ecuadorianische Schiedsrichter Byron Moreno ab (in Italien ist heute ein Pissoir nach ihm benannt), aber auch den Torschützen traf es. Denn der, so die Legende, war damals bei dem italienischen Verein Perugia angestellt. Und Perugias Präsident Luciano Gaucci verkündete am Tag nach dem Spiel, Ahn aus „patriotischen Gründen“ zu entlassen: „Dieser Mann wird nie wieder einen Fuß in die Stadt Perugia setzen. Ich habe keine Lust, jemandem Gehalt zu zahlen, der den italienischen Fußball ruiniert hat.“ Zwar gab es weltweit große Kritik...

IRRTUM: Ausländer in der Liga schaden der Nationalmannschaft

  Wann immer die englische Nationalmannschaft bei einem großen Turnier früher ausscheidet als erwartet, wird von vermeintlichen Experten die gleiche These verbreitet: Die vielen Ausländer in der Premier League schwächen die Nationalmannschaft. Denn schließlich nähmen die fremden Spieler den einheimischen Talenten die Plätze in den Mannschaften weg. Mehmet Scholl war in seiner Zeit als Fernsehexperte ein besonders fleißiger Verbreiter dieser Behauptung, die, wenn man mal kurz darüber nachdenkt, eine unangenehme Nähe zu rechten Mythen über Arbeitsplätze stehlende Zuwanderer hat. Aber ist vielleicht trotzdem etwas dran? Eine aktuelle Statistik stellt das in Frage: In der Saison 2020/2021 war von den fünf großen europäischen Ligen die italienische die, in der einheimische Spieler auf die geringste Spielzeit kamen – nur 35,5% der Gesamtspielzeit aller Spiele in der Liga wurde von Italienern bestritten. Engländer kamen in der Premier League auf 38%, Deutsche in der Bundesliga auf 40,8%...

IRRTUM: Die meisten Fans halten treu zu einem Herzensverein

  Es gibt ein vorherrschendes Bild des gemeinen Fußballfans: Er hat sich als Kind oder Jugendlicher in „sein“ Team – meist einen lokalen Klub – „verliebt“ und bleibt ihm treu bis an sein Lebensende. „Du kannst deinen Job wechseln, du kannst deine Frau wechseln, aber du kannst nicht dein Team wechseln“, sagte Rick Parry, der damalige Chief Executive der englischen Premier League einst, ein Spruch, der weltweit noch in vielen ähnlichen Varianten existiert. Die meisten Fans würden von sich behaupten, dass sie solche loyalen Anhänger seien – und dass die Erfolgsfans, die Schönwetterfans [1] und die „polygamen“ Fans (die mehrere Teams unterstützen) in der Unterzahl und außerdem keine „echten Fans“ seien. Aber ist das so? Der „normale“ Fan (also der Nicht-Hooligan) ist noch immer erstaunlich wenig untersucht. Trotzdem haben wir genug Daten, um das romantische Bild des Fußballfans eindeutig zu widerlegen. Fangen wir mit der Anhängerschaft zum lokalen Klub an. Die Vorstellung ist leic...

IRRTUM: Die Premier League ist die älteste Liga der Welt

  England ist das Mutterland desFußballs . In England wurden die ersten Fußball-Pokalwettbewerbe und -Ligen ausgetragen, und so hört man immer wieder, die höchste englische Liga, die Premier League , sei die älteste Liga der Welt. Das stimmt aber nicht. Die älteste Fußballliga der Welt wurde zwar tatsächlich in England gegründet – es war aber die English Football League (EFL), die 1888 an den Start ging [i] . Die berühmte Premier League dagegen entstand erst 1991, als 22 Vereine die EFL verließen und sich in der Premier League neu organisierten – vor allem, um vom englischen Fußballverband unabhängig zu sein und eigene Fernseh- und Sponsorenverträge abschließen zu können. Die erste Premier-League-Saison startete am 15. August 1992 [ii] . Die Premier League ist also eine eher junge Liga, während die älteste Liga der Welt, die EFL, faktisch zur zweiten englischen Liga degradiert wurde, aus der die Vereine in die Premier League aufsteigen können. [i] https://www.efl.com/-...

IRRTUM: Auf den Färöer-Inseln gibt es eine besondere Elfmeterregel

  Im deutschsprachigen Raum kursiert ein Gerücht über eine besondere Regelung bezüglich Elfmetern auf den Färöer-Inseln. Wegen des starken Windes, so heißt es, habe die FIFA erlaubt, dass ein Mitspieler den Ball beim Strafstoß für den Schützen festhalte. Diese Geschichte hat ungemein weite Verbreitung erfahren, schafft es in Kuriositätenbücher zum Thema Fußball und immer wieder auch in die Vorberichterstattung vermeintlich seriös recherchierter Fußballmedien, wenn ein Spiel auf den Färöern ansteht. Vor dem deutschen WM-Qualifikationsspiel auf den Inseln im September 2013 warnte t-online gar, dass die Regel „auch bei internationalen Spielen“ gelte [1] . Aber als vier Jahre später auch die Schweiz auf die Färöer musste, wollte das Schweizer Magazin Blick mehr über diese kuriose Regel wissen – und tat das, was all die Verbreiter der Elfmeter-Sonderregel-Geschichte schon viel früher hätten tun sollen: An den entsprechenden Stellen nachfragen. Angeblich habe ja die FIFA die Regel ...

IRRTUM: In der Saison nach einem großen Turnier ist Bayern München im Nachteil

  Wer genau auf diese These kam und warum, ist unklar. Aber irgendwann entstand in Fußballdeutschland die Vorstellung, Bayern München sei in den Jahren nach einer WM oder EM im Nachteil und für die Konkurrenz leichter zu schlagen. Der Grund: Bei Bayern spielen stets besonders viele Nationalspieler, und die seien nach einem großen Turnier besonders zu Saisonbeginn physisch und mental erschöpft. Doch lässt sich statistisch irgendein Effekt von WM und EM auf die Saisonleistung von Bayern München feststellen? Wenn man sich die Platzierungen der Bayern in der Abschlusstabelle der Bundesliga seit 1974 (erst ab 1976 war die EM ein ernstzunehmendes Turnier) ansieht und Jahre vor einem großen Turnier mit Jahren nach einem großen Turnier vergleicht, ergibt sich ein klares Bild: In Jahren vor einem großen Turnier landeten die Münchener durchschnittlich auf dem 2,4. Platz; in den vermeintlich schwereren Jahren nach einem großen Turnier war es – der 2,4. Platz.   Es gibt keinen stati...

Irrtum: Ein einzelner Polizist auf einem weißen Pferd rettete das erste Finale in Wembley

  Das legendäre Wembleystadion wurde 1923 nach nicht mal einem Jahr Bauzeit fertiggestellt. Drei Tage nach Abschluss der Arbeiten war auch schon das erste Spiel angesetzt, das Finale des FA-Cups zwischen den Bolton Wanderers und West Ham United. Doch zur Enttäuschung der Organisatoren konnten im Vorverkauf nur 36.000 Tickets verkauft werden – für ein Stadion mit 127.000 Plätzen! Und das, wo doch der König persönlich anwesend sein würde, um den Siegerpokal zu überreichen! Undenkbar! So wurde noch einmal mächtig Werbung gemacht, um das Stadion an der Tageskasse vollzumachen – mit Erfolg: Um 11.30 öffneten die Tore, um 13.00 waren alle Plätze ausverkauft. Aber weiter strömten Menschenmassen zum Stadion. Die Tore wurden geschlossen, aber viele Fußballfans kletterten einfach über die Absperrungen, und bald tummelten sich 250.000 bis 300.000 Menschen im damit völlig überfüllten Stadion. Nicht nur die Ränge platzten aus allen Nähten, selbst das Spielfeld war voller Zuschauer. Ordner versu...

IRRTUM: In den USA ist Frauenfußball populärer als Männerfußball

  Hartnäckig hält sich in Europa der Glaube, in den USA wäre der Frauenfußball populärer als der Männerfußball – die Amerikaner würden Fußball gar eher als Frauensportart betrachten. Aber das ist falsch. Ursache des Irrtums ist vermutlich, dass die Frauennationalmannschaft der USA in Europa aufgrund der wesentlich größeren Erfolge mehr im Rampenlicht steht als die Herrenmannschaft. Aber selbst das ist in der amerikanischen Heimat anders. Die Zuschauerzahlen im amerikanischen Ligafußball zeigen seit jeher, dass der Männerfußball beliebter ist. 2022 wurde jedes Spiel der Herrenliga MLS von durchschnittlich 20.220 Zuschauern besucht, Spiele in der Frauenliga NWSL zogen „nur“ je 10.000 Zuschauer an [i] - ähnlich fallen die Zahlen auch für die früheren Jahre aus. Die Nationalmannschaft der Damen schaffte es immerhin 2019, die Männer zu überbieten – es war ein Jahr, in dem die Frauen die WM gewannen. Aber schon 2021 war auch hier wieder Normalität eingekehrt: Das Herrennationaltea...