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IRRTUM: Wer mehr Zweikämpfe gewinnt, gewinnt das Spiel

 Der Zweikampf wird gerade in Deutschland traditionell sehr wichtig genommen. Eine gute Zweikampfquote muss unbedingt angestrebt werden, denn nur wer viele Zweikämpfe gewinnt, steht am Ende der Saison weit vorne in der Tabelle. Nicht nur der Laie sieht das so – auch viele Fachbücher behaupten, die Zweikampfquote sei für den Erfolg maßgeblich.

In Wirklichkeit spielt sie aber keine allzu große Rolle. Das liegt schon allein daran, dass sich die Zweikampfquoten der verschiedenen Teams in aller Regel nicht maßgeblich unterscheiden. Am Ende eines jeden Fußballspiels haben beide Mannschaften normalerweise etwa 120 der rund 240 Zweikämpfe gewonnen – also jeweils etwa die Hälfte. Unterschiede sind meist marginal, oft geht es um fünf bis zehn mehr gewonnene Duelle[i]. Im Endeffekt gewinnt die zweikampfstärkere Mannschaft nur etwa 40% aller Spiele[ii]. Auch in der Saisonendabrechnung scheint dem Zweikampf kein besonderes Gewicht zuzufallen: Wirft man einen Blick in die Zweikampftabelle, stellt man auch hier keine signifikanten Unterschiede fest. Jahr für Jahr landen alle Teams bei einer Zweikampfquote von etwa 50%. Zudem lässt sich von der Platzierung in der Zweikampftabelle auch nicht auf den „echten“ Tabellenplatz schließen. Wenn wir zum Beispiel die Zweikampftabelle der Bundesliga-Saison 2020/2021[iii] mit der Abschlusstabelle vergleichen, fallen große Unterschiede auf: Zwar belegt Meister Bayern München mit 52,64% gewonnenen Zweikämpfen auch in dieser Tabelle Platz 1, ansonsten passt aber wenig. Schalke 04 liegt mit 49,92% auf Platz 8, also im oberen Mittelfeld – und stieg als hoffnungslos abgeschlagener Tabellenletzter ab. Der zweite Absteiger, Werder Bremen, belegt in der Zweikampftabelle mit 49,21% immerhin noch den 13. Platz, Köln, das in die Relegation musste, mit 49,85% den 10. Mit deutlichem Abstand Letzter in der Zweikampftabelle ist der SC Freiburg mit 47,91% - der wurde in der realen Tabelle immerhin Zehnter.

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