Direkt zum Hauptbereich

IRRTUM: Jesus und seine Jünger waren die ersten Fußballer (Weihnachtsspezial 1)

 Okay, natürlich glaubt niemand wirklich, dass Jesus und seine Jünger die erste Fußballmannschaft waren. Aber ein beliebter Witz behauptet, eine Bibelstelle lege diese Interpretation nahe. Denn schließlich heißt es in der Heiligen Schrift: "Jesus stand im Tor von Nazareth, und die Jünger standen Abseits".

Witzig. Aber nur, wenn sich dieses Zitat oder zumindest ein ähnliches tatsächlich in der Bibel findet.

Doch das ist leider nicht der Fall. Die vermeintliche Bibelstelle ist frei erfunden[i].

 Auch ein zweiter populärer Bibel-Fußballwitz teilt dieses Schicksal:

 

Die deutsche Nationalmannschaft wird schon in der Bibel erwähnt! Denn dort heißt es: „Sie trugen seltsame Gewänder und irrten planlos umher.“

 

Aber auch dieses vermeintliche Bibelzitat ist keines. In diesem Fall gibt es aber tatsächlich eine echte Bibelstelle als möglichen Hintergrund. Denn in Jeremia 50,6 steht geschrieben: „…ihre Hirten führten sie in die Irre, trieben sie ziellos in die Berge. Von Berg zu Hügel zogen sie weiter und vergaßen ihren Lagerplatz.“ Passt zwar nicht mehr wirklich zur deutschen Nationalmannschaft, aber einige Witzbolde meinten, darin die Bundeswehr erkannt zu haben[ii]. Vermutlich veränderte die Bibelstelle sich beim ständigen Weitererzählen in die heute bekannte, einfachere aber eben auch völlig falsche Version, die dann schließlich statt mit der Bundeswehr auch mit der deutschen Nationalmannschaft erzählt wurde…

 



[i] https://theopop.de/2014/06/bibel-fussball-witz/

[ii] http://www.schmunzelecke.at/witze/117/beim-bundesheer/biblische-uberlieferungen-117

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

IRRTUM: Eine Doppelbestrafung (Rote Karte und Elfmeter für ein Foul) ist verboten

 Vor ein paar Tagen hatte die deutsche Frauennationalmannschaft bei der Europameisterschaft einen herben Rückschlag zu beklagen: Das letzte Vorrundenspiel gegen Schweden ging mit sage und schreibe 1:4 verloren. Ein Aspekt des Debakels: Beim Stand von 1:2 klärte Abwehrspielerin Carlotta Wamser einen Torschuss mit der Hand auf der deutschen Torlinie – Platzverweis für Wamser und Elfmeter für Schweden. Fridolina Rolfö verwandelte zum 3:1 aus schwedischer Sicht. Und in Deutschland gab es einen Aufschrei. Denn man wurde ja doppelt bestraft – mit einer roten Karte und einem Elfmeter! Und ist nicht die Doppelbestrafung (manchmal auch als Dreifachbestrafung bezeichnet, weil ja auch noch eine Sperre für den Rotsünder folgt) heutzutage verboten?   Nein. Die so oft diskutierte „Abschaffung der Doppelbestrafung“ bezieht sich auf eine ganz bestimmte Situation, nämlich auf die sogenannte Notbremse. Eine Notbremse liegt vor, wenn eine direkte Torchance durch ein Foul vereitelt wird. Bi...

IRRTUM: Ball gespielt ist nie ein Foul

  Im letzten Beitrag haben wir uns mit dem Mythos beschäftigt, nur der sogenannte „letzte Mann“ dürfe eine rote Karte für ein torverhinderndes Foul sehen. Aber ein anderer Mythos ist noch verbreiteter und noch falscher: „Es ist nur ein Foul, wenn der Ball nicht gespielt wurde!“ Diese Überzeugung treibt in den sozialen Medien wilde Blüten. Da wird dann eine brutale Grätsche von hinten Bild für Bild analysiert, um herauszufinden, ob der grätschende Spieler irgendwann im Bewegungsablauf den Ball leicht touchiert hat – um dann stolz zu verkünden, die Szene sei ja wohl kein Foul gewesen, sondern „Ball gespielt“. Aber tatsächlich spielt es praktisch überhaupt keine Rolle, ob bei einem Foul der Ball gespielt wurde oder nicht. Foul ist Foul, unabhängig von einer Ballberührung. Die offiziellen Fußballregeln enthalten in der Erläuterung der Vergehen, die zu einem direkten Freistoß (bzw. zu einem Strafstoß) führen und in der Definition der Schwere eines Fouls nicht einen einzigen Satz...

IRRTUM: Es gibt keinen Bayernbonus, und Fehlentscheidungen gleichen sich im Laufe einer Saison aus

  Zu den meistdiskutierten Phänomenen in der deutschen Bundesliga gehört zweifelsohne der sogenannte „Bayern-Bonus“. Der Vorwurf der Fans aller deutschen Vereine außer dem FC Bayern München: Die Bayern genießen einen besonderen Schutz, ja nachgerade eine Unterstützung durch die Schiedsrichter. Fällt ein Bayernspieler im gegnerischen Strafraum, dann gibt es sofort Elfmeter; im Strafraum der Bayern kann dagegen nach Belieben und folgenlos gezogen und getreten werden. Wer gegen Bayern spielt, sieht für ein gelbwürdiges Foul gerne mal Rot, wer für Bayern spielt dagegen auch für klar rotwürdige Fouls schlimmstenfalls Gelb. Und führen die Bayern dann am Ende der 90 Minuten knapp, wird sofort abgepfiffen; liegen sie hingegen knapp zurück, wird das Spiel so lange verlängert, bis sie endlich zum Ausgleich treffen. Bayernfans und -funktionäre bezweifeln diese Sicht naturgemäß, schieben sie auf Neid und Missgunst und behaupten, einzelne Fehlentscheidungen glichen sich im Laufe einer Saiso...