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IRRTUM: Ein bereits gelb-verwarnter Spieler darf sich "ein bisschen mehr erlauben"

 Eine Meinung, die man bei Diskussionen zu Platzverweisen immer wieder antrifft, ist die, bei einem bereits mit der Gelben Karte verwarnten Spieler solle der Schiedsrichter im Falle eines erneuten Vergehens auch mal „beide Augen zudrücken“, um keinen Platzverweis erteilen zu müssen. Anders ausgedrückt: Ein Spieler, der bereits Gelb gesehen hat, soll von nun an etwas großzügiger bewertet, ja geradezu geschützt werden. Oft begleitet von „Also, für dieses Foul gibt man doch nicht Gelb-Rot!“ Tatsächlich handhaben viele Schiedsrichter das offenbar so. Zu Recht?

Zunächst mal sind die Fußballregeln hier eindeutig: „Zwei verwarnungswürdige Vergehen (auch wenn unmittelbar aufeinanderfolgend) sind mit je einer Verwarnung zu ahnden […][i]“. Kein Wort davon, dass ein verwarnter Spieler danach geschont werden soll.

Und wenn man darüber nachdenkt, ist das ja auch klar. Warum sollte ein bereits einmal negativ aufgefallener Spieler danach mit einem besonderen Schutz auch noch belohnt werden? Ist die Gelbe Karte nicht viel mehr als letzte Warnung zu verstehen – „Noch ein Ding, und du bist raus!“ – und ein Spieler, der danach immer noch weiter foult, selbst schuld an seinem Platzverweis?

Nein, das Schonen verwarnter Spieler ist regelwidrig und konterkariert den Sinn einer Verwarnung – Schiedsrichter, die tatsächlich diese Linie fahren, sollten schnell umdenken!

 

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