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IRRTUM: Die Rückkehr zur Kapitänsbinde in Deutschlandfarben entspricht dem Willen der Fans

 Jahrelang hatte es in Deutschland heftige Diskussionen um die Kapitänsbinde gegeben. Das eigentlich harmlose Stück Stoff war ins Zentrum der Aufmerksamkeit gelangt, als die Nationalmannschaft entschied, ähnlich wie einige Vereine zuvor, eine Binde in Regenbogenfarben einzusetzen. Diese sollte Solidarität mit Minderheiten symbolisieren - erstaunlicherweise offenbar eine umstrittene Einstellung. In den sozialen Medien wurde gegen die Regenbogenbinde gehetzt; jede Niederlage wurde unsinnigerweise mit dem Tragen der Binde in Verbindung gebracht (wie wir bereits gesehen haben, war die Nationalelf mit Regenbogenbinde erfolgreicher als ohne). Endgültig eskalierte die Situation im Vorfeld der WM 2022, als Gastgeber Katar und die FIFA das Tragen der Regenbogenbinde untersagten. Der DFB und einige andere Verbände entwarfen daraufhin eine etwas abgespeckte Version, die One-Love-Binde, doch auch die wurde kurz vor Turnierbeginn verboten. Trotzdem (und obwohl England trotz der selben Diskussion eine gute WM spielte) führten die Gegner der Regenbogenbinde das deutsche Vorrundenaus widerrum unsinnigerweise auf die Bindendiskussion zurück. Nach der WM entschied DFB-Sportchef Rudi Völler, von nun an wieder auf eine Binde in Deutschlandfarben zu setzen, um "ein bisschen Ruhe reinzubringen". In gewissen Kreisen wird seither so getan, als ob damit dem Willen der Fans entsprochen wurde. Doch ist dem wirklich so? 

Umfragen legen nahe: Nein. So ergab eine Umfrage von Statista direkt vor der WM 2022, dass 46% der Fans Kapitänsbinden in solidarischen Farben klar befürworteten; nur 12% lehnten sie ab; die 42 übrigen Prozent waren indefferent. In England waren die Zahlen übrigens noch deutlicher, mit 56% klar für und nur 8% klar gegen solidarische Kapitänsbinden. Die Schreier in den sozialen Medien, sie waren wie so oft eine kleine, aber lautstarke Minderheit, die sich als "das Volk" gerierte.

Auch sonst ist die Ablehnung von Solidaritätszeichen nicht so groß, wie man mit Blick in die Facebook-Kommentarspalten denken könnte. So fand sich etwa zu Gunsten der von der UEFA abgelehnten Regenbogenbeleuchtung der Allianz-Arena im EM-Spiel gegen Ungarn 2021 eine Mehrheit von 55% gegenüber 24%, die das UEFA-Verbot für richtig hielten...

 

Quellen:    https://de.statista.com/infografik/28785/umfrage-zum-tragen-von-solidaritaetsabzeichen-bei-der-wm-in-katar/

https://www.allgaeuer-zeitung.de/sport/umfrage-55-prozent-finden-uefa-entscheidung-zu-regenbogen-falsch-103477432 

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